Lexikon · Mahnung
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    Was ist Verzugszinsen?

    Definition: Verzugszinsen sind die gesetzlich geregelten Zinsen, die ein Schuldner ab dem Eintritt des Zahlungsverzugs auf eine offene Geldforderung schuldet. Höhe: 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz für Verbraucher, 9 Prozentpunkte für Geschäfte zwischen Unternehmen (§ 288 BGB).

    Warum Verzugszinsen wichtig ist

    Verzugszinsen sind oft der einzige Hebel, einen säumigen Schuldner zur Zahlung zu bewegen — bei B2B-Forderungen summieren sich 9 % über Basiszinssatz auf einer Rechnung von 10.000 € schnell auf mehrere hundert Euro pro Jahr. Viele Gläubiger berechnen sie trotzdem nicht, weil der Basiszinssatz sich halbjährlich ändert und die exakte Berechnung als kompliziert gilt. Wer sie korrekt ausweist, signalisiert Ernsthaftigkeit und erhöht die Zahlungswahrscheinlichkeit spürbar.

    Best Practices: Verzugszinsen richtig handhaben

    • Ab Verzugseintritt die Verzugszinsen taggenau berechnen: Forderungsbetrag × (Basiszinssatz + 5 % oder 9 %) × Anzahl Tage / 365.
    • Den Basiszinssatz halbjährlich (1. Januar, 1. Juli) aktualisieren — aktuelle Werte veröffentlicht die Deutsche Bundesbank.
    • Bei der Mahnung den Zinssatz, den Ausgangsbetrag und das Verzugsdatum transparent ausweisen — pauschale Zinsforderungen ohne Berechnung sind vor Gericht angreifbar.
    • Bei Geschäftskunden zusätzlich die 40-€-Verzugspauschale (§ 288 Abs. 5 BGB) berechnen — einmalig pro überzogener Rechnung.
    • Bei Teilzahlungen die Verzugszinsen neu berechnen: erst werden Zinsen getilgt, dann die Hauptforderung (§ 367 BGB).

    Häufige Fragen zu Verzugszinsen

    Wie hoch ist der aktuelle Basiszinssatz?
    Der Basiszinssatz ändert sich halbjährlich. Aktueller Stand: Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht den Wert auf bundesbank.de. In den letzten Jahren bewegte er sich zwischen -0,88 % und +3,37 %.
    Ab wann laufen Verzugszinsen?
    Ab Verzugseintritt: bei Verbrauchern 30 Tage nach Rechnungsdatum (§ 286 Abs. 3 BGB) oder ab dem 1. Tag nach der in der Mahnung gesetzten Frist — was immer früher eintritt.
    Was ist die Verzugspauschale von 40 €?
    Bei Forderungen zwischen Unternehmen entsteht mit Eintritt des Verzugs zusätzlich ein pauschaler Schadensersatz von 40 € (§ 288 Abs. 5 BGB) — unabhängig von den Zinsen. Einmalig pro überzogener Rechnung.
    Muss ich Verzugszinsen in der Mahnung exakt beziffern?
    Es reicht, den Zinssatz anzugeben („5 Prozentpunkte über dem jeweiligen Basiszinssatz seit …“). Die taggenaue Berechnung bis zum Zahlungstag folgt bei Zahlungseingang.
    Kann ich höhere Zinsen vertraglich vereinbaren?
    Ja, solange sie nicht wucherisch sind. Praktisch liegt die Grenze bei etwa doppeltem gesetzlichem Zinssatz. Bei Verbraucher-AGB ist eine Klausel unwirksam, die den gesetzlichen Zinssatz deutlich überschreitet.

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